Familienpfoten Elsner
Individuelles Training für Hundehalter

Knurren - darf der das?

Man hört es in der Hundewelt echt oft: "Hilfe mein Hund hat mich angeknurrt, was mach ich jetzt?" Als Antwort ließt man auch heute leider noch viel zu oft, dass der Hund sich anscheinend nicht unterordnet, dass er der Rudelführer ist oder gar gefährlich ist - auf jeden Fall gehört es also gestraft... Doch ist das wirklich so?

NEIN! Knurren ist erstmal nichts weiter als Kommunikation! Nicht mehr und nicht weniger. Der Hund möchte uns damit sagen: "Das ist mir grade unangenehm, bleib bitte auf Abstand!"  Wenn unser Hund uns anknurrt sollten wir froh sein, dass er das tut! Es ist tausend mal besser, als zuzubeißen oder abzuschnappen. In der Regel haben wir Menschen, wenn unser Hund knurrt, schon etliche Warnzeichen die dem voraus gingen nicht wahrgenommen oder ignoriert.

Wie solltest du reagieren, wenn dein Hund dich oder deine Kinder anknurrt?

1. Abstand nehmen! Dein Hund bittet dich um Abstand also also lasse ihm diesen auch! Wenn du in der Situation bleibst oder weiter machst mit dem was du grade tust ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Hund schnappt oder sogar beißt. So schützt du auch erstmal dich selbst. Sind Kinder im Spiel, nimm sie so schnell es geht aus der Situation!

2. Frage dich, was grade passiert ist! Ganz klar wollen wir natürlich nicht, dass der Hund weiterhin knurrt. Zum einen, weil es für uns natürlich gefährlich werden kann, zum anderen ist es ja ein Ausdruck des Hundes, dass er sich unwohl fühlt und auch das möchte man ja ändern. Daher frage dich, was genau passiert ist, vielleicht kam diese Situation sogar schon öfter vor? Wenn du nicht genau weißt, woran es liegen könnte, bespreche es  mit einem Hundetrainer, damit ihr gemeinsam die Ursache herausfinden könnt.

3. Trainiere daran! Damit es natürlich nicht mehr zu solchen Momenten kommt, solltet ihr daran arbeiten, dass dein Hund sich nicht mehr unwohl fühlt in bestimmten Situationen. Daher ist es wichtig, die Ursache zu kennen. Auch hier kannst du dir Hilfe bei einem Trainer holen, der dir zeigt, wie ihr das Thema angehen solltet. 

Warum du nicht schimpfen solltest:

Schimpfen bringt dir einfach keine Vorteile und wird auch nichts an der Ursache ändern! Im Gegenteil sogar. Wenn du knurren strafst, hört dein Hund eventuell auf zu knurren, doch unwohl fühlt er sich immer noch. Nun kann bzw. darf er ja aber nicht mehr mit knurren äußern, dass ihm etwas zu viel ist. Die nächste Stufe nach knurren ist dann das Schnappen oder zubeißen. Hunde bei denen das Knurren weggestraft wurde, überspringen diese Schritt. Heißt, sie warnen - wenn überhaupt - nur noch mit feiner Körpersprache. Diese ist für viele Halter schwer zu erkennen. Am Ende hat man dann einen Hund, der ohne große Vorwarnungen beißt - eben weil er es nicht darf! Das ist enorm gefährlich und hier entstehen dann auch viele Unfälle. 

Dazu kommt, dass man durch schimpfen bzw. strafen, in der für den Hund eh schon unangenehmen Situation, noch mehr unangenehmes hinzufügt. Die Gefahr, dass er demnächst sein Verhalten in solchen Situationen verstärkt ist also gegeben. Im schlimmsten Fall beißt der Hund sogar zu, wenn man ihn in einer für ihn bedrohlichen Situation noch straft... Also lass es bitte lieber! Bringen tut es am Ende nix!

Warum ist knurren vor allem im Haushalt mit Kindern wichtig?

Kinder verstehen die feine Körpersprache unserer Hunde nicht so leicht. Das schaffen ja oft noch nicht mal die Erwachsenen... Was Kinder aber leicht verstehen lernen können ist das Knurren! Das kann man hören, es ist deutlich und die Kids können es leicht wahrnehmen. Meine Kinder haben von Anfang an gelernt, bzw. meine Tochter lernt es grade, dass man möglichst flott umdreht und geht wenn sie einem knurrenden Hund gegenüber stehen. Es erleichtert unseren Kindern also, den Hund zu verstehen und entsprechend zu reagieren.

Ich als Mutter empfinde es zudem echt als Erleichterung, wenn ich einer meiner Hunde knurrt! Als Mutter - grade wenn man nicht nur ein Kind hat - hat man die Augen einfach nicht überall gleichzeitig. Da bin ich einfach ungemein froh, wenn meine Hunde laut und deutlich in unangenehmen Situationen mit den Kids knurren, so kann ich mich dem Geschehen schnell zuwenden und eingreifen! 

Mein Zazou hat bereits vor meiner ersten Schwangerschaft Kinder gebissen. Mit meinem Sohn Melvin war er anfangs super, als das Krabbelalter allerdings begann und Melvin begann die Gegend - natürlich recht grob - zu erforschen fand er ihn echt bescheiden! Er hatte aber vorher gelernt, dass knurren nichts bringt. Er knurrte also anfangs gar nicht. Das war ein echtes Problem. Es war bei ihm schwer einzuschätzen, ab wann genau es für ihn unangenehm wurde. Wir haben also das Knurren extra wieder antrainiert und ausgeweitet. Er begann wieder zu knurren, wenn es ihm ansatzweise unheimlich wurde und wir konnten beginnen, wirklich effektiv zu trainieren! Heute gibt es kaum noch Probleme. Melvin hat gelernt, ihn nicht ohne mein Beisein und meine Erlaubnis anzufassen. Und wenn es doch mal brenzlig wird und ich meine Augen grad nicht dort habe weiß Zazou, dass er nur knurren braucht damit ich ihm aus der Bredouille helfe und nicht, wie früher, zubeißen muss!


Wenn dein Hund dich oder die Kids anknurrt und du kompetente Hilfe brauchst, kannst du dich gern jederzeit an mich wenden! Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite!